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Hagen Thiele – der bergische Stephen King?

Pünktlich zum Herbst hat Hagen Thiele die Bücherwelt um eine Horrorstory bereichert, die innerhalb der Buchszene schon einige Begeisterung erwecken konnte. Und das ist es wohl, was Hagen Thiele so ausmacht, die Fähigkeit uns immer und immer wieder mit grausigen Geschichten zu locken, an menschliche Abgründe heranzuführen und eigene Glaubensgrenzen zu erweitern.

Rezension “Die Legende des Mr Bailey”

Neben Hagen Thiele hat sich im Bergischen Land aber auch noch ein zweiter Autor einen Namen gemacht: Markus Krüger. Derzeit fristet er sein Dasein in einer psychiatrischen Anstalt und beglückt uns mit Begegnungen im unteren Reich. Markus Krüger gilt als Hagens Alter Ego und niemand weiß mit Sicherheit, ob die beiden schlichtweg nur die gleiche Schreibschule besuchten, oder es Thieles Art ist, seine Kurzgeschichten von seinen Romanen abzugrenzen. 

Geschichten aus dem unteren Reich

Egal ob nun Thiele oder Krüger, ich mag sie beide und habe mir schon einen genaueren Eindruck gemacht, in dem ich sowohl die fünf Kurzgeschichtenbände von Krüger, als auch die Romane “Die Pflicht”, “Der Sammler” und “Die Legende von Mr Bailey” gelesen habe.

Thieles, nein Krügers, ach… na, ihr wisst schon! Die Kurzgeschichten jedenfalls sind für mich eine willkommene Ablenkung um dem Alltag zu entfliehen und ein bisschen Düsternis ins Lesestübchen zu bringen. Gerade diese kleinen Geschichten sind es, die mich doch sehr an Stephen King erinnern. Aufbau und Ideen könnten auch vom Großmeister des Horrors stammen. Es lohnt sich also, dem deutschen Autor eine Chance zu geben. Die Geschichten aus dem unteren Reich (kurz GaduR) sind als fünf Einzelbände oder als kompletter Sammelband erhältlich. Ihr seid hier neugierig, aber noch unschlüssig, dann schaut Euch gern noch mal meine Rezensionen auf Instagram an!

Rezension “Die Pflicht”

Ein chronologisches Lesen der Bücher ist nicht unbedingt nötig um alle Geschichten zu verstehen, bietet sich aber an, weil der Autor es schafft, seine Bücher miteinander zu verknüpfen und er ebenfalls im engen Austausch mit Markus Krüger steht, und so ein Zusammenspiel im unteren Reich ebenfalls zu finden ist. Schaut einfach Mal auf Hagens Website, hier findet ihr alle Informationen zur perfekten Lesereihenfolge.

Rezension “Der Sammler”

Wie natürlich auch bei Stephen King, frage ich mich, woher nehmen diese Köpfe ihre teils doch sehr angsteinflößenden Ideen! Hagen Thiele hat hier kein Spezialrezept. Seine Geschichten sind durch ihn und seine Wahrnehmungen beeinflusst. Manchmal reicht ein Song, der tägliche Nachrichtenwahnsinn, oder aber auch eigene Tragödien. Ein kurzes auslösendes Moment, und nach dem Klick im Kopf, klicken dann die Tasten. Meinen Vergleich mit Stephen King nimmt er als Kompliment wahr und räumt ein, dass er natürlich ein Vorbild ist und er eine unbewusste Beeinflussung natürlich nicht ausschließen kann. Schließlich ist er selbst ein begeisterter Thriller- und Horrorleser. Aber auch historische Romane und Komödien reizen ihn.

Zum Schreiben gekommen ist Hagen wie wahrscheinlich viele seiner Kolleg:innen. Er las schon als Kind gern und irgendwann keimte in ihm der Wunsch, sich selbst mal am Schreibgerät auszuprobieren. Durch seine Mitarbeit bei der Rheinischen Post während seiner Schul-und Studienzeit wurde dieser Wunsch zur Realität und zeigte dem jungen Journalisten, dass er es doch versteht, mit Worten umzugehen. Trotz eines doch großen Unterschieds zwischen dem journalistischen und kreativen Schreiben, wagte sich Thiele an die Herausforderung, als ein Verlag ihm eine Chance bot. Hinter Thiele steht aber keine Verlagsgröße, sondern ein lokaler Verlag. Seine Bücher gestaltet er aber mittlerweile als Selfpublisher in Eigenregie und hat so den großen Vorteil, selbst zu bestimmen, wie viel Zeit er dem Schreiben widmet. Gerade aus persönlichen Gründen kommt diese Leidenschaft doch manchmal etwas kurz, mindert aber seinen Erfolg eher weniger.

Verlag oder Eigenregie ist ein spannendes Thema, zu welchem Hagen einiges zu erzählen hat. Er hat bereits bei einem lokalen Verlag publiziert aber gerade seinen letzten Bücher eigenverantwortlich geschaffen. Hier sieht er in beiden Wegen Vorteile. Innerhalb einer Verlagspublikation ist der Autor von einem sachverständigen Team umgeben, welches ihn insbesondere in Marketingkniffen unterstützt. Als eigenverantwortlicher Schriftsteller kann er jedoch seine Bücher so gestalten, wie er es möchte. Denn er ist sich bewusst, dass gerade seine Geschichten kaum in Schubladen passen und die Verlagswelt eben genau dies voraussetzt.

Neben seinem aktuellen Buchprojekt darf man sich im Hause Krüger auf die Hörbuchvariante seiner Kurzgeschichten freuen. Hier arbeitet Hagen oder Markus, oder beide, mit einer Bookstagrammerin zusammen und ich bin schon sehr gespannt, wie diese Ausflüge ins untere Reich akustisch wirken. Und natürlich wird es auch Krüger innerhalb seiner psychiatrischen Einrichtung nicht langweilig und der Herbst bzw. Winter dürfte mit neuen Geschichten erträglicher für uns werden.

Ihr mögt unkonventionelle Geschichten und einen tollen Schreibstil? Dann sind Hagen und Markus die richtigen Ansprechpartner von Euch! Gerade für den kommenden Herbst gibt es doch kaum ein besseres Buch, als eins voller düsterer Geschichten oder eine nervenaufreibende Story, die in keine Schublade passt!

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