Roman

Die Ewigkeit in einem Glas von Jess Kidd

Worum geht´s?
Im London des Jahres 1863 ist eine weibliche Privatdetektivin nicht gewöhnlich, doch Bridie Devine ist in jeglicher Hinsicht alles andere als das. Nach einer Kindheit als Leichensammlerin und unter den Fittichen eines Arztes ist Bridie nun auf der Suche nach der vermissten Christabel. Auf der Suche nach dem Kind gerät Bridie in einen Strudel aus Intrigen, Morden und den Geistern ihrer eigenen Vergangenheit. Wird sie es diesmal schaffen, das Kind zu finden und zu retten?

Meine Meinung:
Nachdem ich lange mit diesem Roman geliebäugelt habe, wurde er durch eine tolle Leserunde mit @von_buch_zu_buch und @mybellelibrary endlich von meinem #SuB befreit.

Nachdem ich anfangs ein leichtes Gefühl von Dummheit hatte (ich musste doch wirklich einige Fremdwörter googlen, und habe sowohl die Wörter, als auch deren Bedeutung sofort wieder vergessen), war ich schnell im Geschehen drin. Mein eigener Saum zolltief von Schlamm verkrustet, die Augen an trübes Licht gewöhnt und Haut von Nässe, Dunst und Kälte gegerbt. Jess Kidds unglaublich bildhafter Schreibstil ließ mich genau diese Situationen nachempfinden, gar spüren und für mich war eben dieser Schreibstil das HIghlight des Buches.

Aber auch die Handlung gefiel mir außerordentlich gut. Obwohl Kidd einen Roman schrieb, handelt es sich eher um eine mystische Kriminalgeschichte und ich konnte die Dunstschwaden über der Friedhofserde wabern sehen. Bridie ist eine für ihre Zeit, recht unkonventionelle Protagonistin und wohl auch eine außerordentliche Feministin dazu. Zusammen mit ihrer hünenhaften Haushälterin Cora (von ihr wollt ihr lieber nicht durchgeschüttelt werden) und dem plötzlich auftauchenden Geist Ruby (Hach), versucht sie, die kleine Christabel zu finden. Die Charaktere und deren Beziehungen sind so liebevoll und charmant gezeichnet, dass ich nicht umhin kam, sie tief in mein Herz zu schließen, oder abgrundtief zu verabscheuen.

Zwischen den Zeilen lesen sich die Stellung der Frau im 19. Jahrhundert und die Möglichkeiten, die diese hatten, oder wohl eher welche ihnen verwehrt wurden.

Das relativ offen gehaltene Ende lässt auf Nachschub hoffen. Ich selbst habe mir schon die beiden anderen Bücher der Autorin besorgt, und bin gespannt, ob diese mich genauso begeistern können.

Fazit:
Grandioses Buch, das ein wahrer literarischer Schatz ist. Fans von Niklas Natt och Dag sollten hier unbedingt zugreifen!

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