Roman

Krötensex von Franka Frei

Worum geht´s?
Frieda zieht nach Amerika um ihr Studium zu beenden. Amerika, Traum eines jeden jungen Menschen, um sich selbst zu finden und zu verwirklichen. Der Traum zerplatzt jedoch, als sie das Kleingedruckte liest und sich in der sächsischen Provinz wieder findet. Statt American Lifestyle gibt es Ein-Euro-Bier, sächsischen Dialekt und Nazis. Frieda ist sich selbst zu viel, aber irgendwie niemals genug, sieht sie sich selbst doch immer im Schatten ihrer Zwillingsschwester Freia…

“Plötzlich schnetzelte es uns volle Kanne auf den Asphalt.”

Krötensex, Franka Frei


(Es ist und bleibt einfach mein liebster Satz des Romans!)

Meine Meinung:
Frisch, frech und ausgesprochen lustig ist der Einstieg in diesen Coming-of-Age-Roman, der mich an Superbusen von Paula Irmschler erinnert. Frieda ist anfang 20 und auf der Suche nach sich selbst, der Liebe, Unabhängigkeit und das bitte alles nachhaltig und politisch korrekt. Leichtfüßig begleitet man Frieda und ich musste doch oft schmunzeln, aufgrund der Zeichnung, welche die Autorin von der sächsischen Provinz hier ablegt. Nicht alles sollte man zu ernst nehmen und sich definitiv nicht angegriffen fühlen. Frei bedient sich typischer Vorurteile und Dialekte, spricht aber dennoch für eine Generation an jungen Menschen, die sich mit den gesellschaftlichen Themen auseinandersetzen und versuchen, ihren eigenen Weg zu finden. Neben Feminismus, Rassismus, Klimakatastrophe und nachhaltigen Leben, legt Frei einen großen Augenmerk auf das Thema Bodyshaming. Frieda ist eine typische junge Frau, die sich aufgrund ihrer Sozialisierung immer mit sich und ihrem Körper unwohl fühlt. Ihre eigene Präsentation in den sozialen Netzwerken scheint hier ambivalent, ist aber ein großer Schrei nach Anerkennung und Respekt. Frieda, niemals genug, aber dennoch immer zu viel. Ein Ausspruch, der so treffend ist und wohl nicht nur auf Frieda zu trifft. Grundsätzlich hätte ich mir hier noch ein klareres Ende gewünscht, um das Thema abzurunden.

Ich mochte die Geschichte um Frieda und ihre Freunde und Bekanntschaften sehr. Die Autorin schaffte es, trotz weniger Seiten eine ganze Palette an Figuren zu erschaffen, die keineswegs blass blieben. Gewürzt mit dem locker leichten Schreibstil ist dieses Buch empfehlenswert, um sich treiben zu lassen und dennoch über ernste Themen nachzudenken!

Fazit:
Frech, locker und dennoch mit ernstem Hintergrund! Klare Leseempfehlung!

Rezensionsexemplar, Heyne Verlag

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