Roman

Milchzähne von Helene Bukowski

Worum geht´s?
Skalde und ihre Mutter leben, ausgegrenzt von der Gesellschaft, im Abseits. Als Skalde ein junges Mädchen findet und dieses mit nach Hause nimmt, findet die Ausgrenzung ihren Höhepunkt. Die Dorfbewohner haben Angst und das Leben von Skalde, ihrer Mutter und dem jungen Mädchen wird zunehmend gefährlicher.

Meine Meinung:
Beim Lesen des Buches musste ich mir immer wieder vor Augen halten, dass es der Debütroman der 1993 geborenen Autorin ist. Wow, und was für ein Debüt!Dieser dystopisch angehauchte Roman vermittelt so viel und vieles bleibt ungesagt und schreit zwischen den Zeilen hervor, erregt Aufmerksamkeit und stimmt nachdenklich.
Das Dorf und die Bewohner leben abgeschnitten und es wird nie wirklich klar,wovon sie abgeschnitten sind und was hinter dem Fluß wartet. Dennoch spürt man die Angst der Bewohner vor der Fremde- vor den Fremden. Als Skalde das kleine Mädchen entdeckt, ist ihr sofort bewusst, dass sie es verstecken muss. Sie muss es schützen, vor Vorurteilen, Angst und Hass. Es stimmt traurig, dass jegliche Menschlichkeit in diesem Dorf abhanden gekommen ist, und so fiktiv es auch sein mag, so fiktiv die gesamte Dorfgemeinschaft anmutet, so real sind doch die Probleme, die Bukowski hier transportiert. Fremdenhass und Missgunst, als biete die Welt nicht genug für alle, als wäre Menschlichkeit ein erschöpftes Gut, welches im Begriff ist, völlig zu versiegen.
Mit unglaublichem Mut und einer puren Entschlossenheit stellt sich Skalde gegen die Bewohner und auch gegen ihre Mutter. Die Beziehung zu dieser ist schwierig und beide führen einen Tanz miteinander aus, bei welchem große Angst herrscht, dass man sich auf die Füße tritt.
Unglaublich tiefgründig und emotional verbreitet dieses Buch eine Botschaft, die man sich schlichtweg selbst erdenken muss! Ein lockerer und leichter Schreibstil runden das Buch ab.
Teilweise war ich sehr bewegt und meine Gefühle fuhren Achterbahn. Wut, Unverständnis, Trauer und auch Respekt schwangen in mir mit, während ich das Buch innerhalb eines Abends verschlang!

Fazit:
Unbedingte Leseempfehlung, für alle, die gern zwischen den Zeilen lesen und sich nachdenklich stimmen lassen wollen

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