Roman

Wetter von Jenny Offill

Worum geht´s?
Lizzie arbeitet als Bibliothekarin und ist gleichzeitig in vielen anderen Rollen des Alltäglichen eingespannt. Sie kümmert sich um ihren Mann und ihren Sohn. Sie hat ein offenes Ohr und ein Auge für ihren Bruder, der nach der Geburt seines ersten Kindes erneut in eine Drogensucht abrutscht und sie ist ihrer Freundin Sylvie eine Hilfe, indem sie ihre Leserpost beantwortet.

Meine Meinung:
Ein wahrlich ungewöhnliches Buch, welches mich auf eine ganz andere Art begeistern konnte. Hier erwartete mich kein Fließtext, wie man ihn aus Romanen kennt, viel mehr war es eine Collage des Alltags einer normalen Frau in New York, die ihre Gefühle, Wünsche und auch Ängste und Sorgen in kurze und prägnante Worte fasst und scheinbar willkürlich aneinander reiht. Dennoch vermochte mich diese Form des Schreibens einzufangen. Nach kurzer Gewöhnungsphase, tauchte ich in Lizzies Welt ein und konnte vieles Nachempfinden, was sie, insbesondere zwischen den Zeilen, beschrieb und was sie beschäftigte.

Ein großes Ganzes ergab sich dann eben doch und die humorvollen und emotionalen Episoden ihres Alltags konnten mich fesseln. Vielleicht auch, weil man sich in Lizzie wiedererkennen kann. Weil ihre Sorgen um ihre Familie, die kleinen Streits am Arbeitsplatz, das Gefühl, nicht ganz richtig zu sein und natürlich die Ängste über die ungewisse Zukunft, welche sich insbesondere durch die Angst vor dem Klimawandel und der nächsten Präsidentschaftswahl ausdrücken, einem bekannt vorkommen. Weil man selbst jeden Tag eine andere Gefühlslage hat, wechselhaft, wie Wetter und doch auch vorhersehbar, wenn man sich die Hoch- und Tiefdruckgebiete zu Rate zieht…

Fazit:
Ein unheimlich schönes Buch über die Schönen und Schrecklichen Dinge des Lebens, die mittels eines völlig anderen Schreibstils wunderschön verpackt worden. Ein Blick in die Leseprobe lohnt sich hier, um zu sehen, ob der Schreibstil begeistern kann.

Nebenbei gesagt:
Das Buch Wetter der amerikanischen Autorin Jenny Offill stand auf der Shortlist des “Women´s Prize for Fiction” 2020. Gewonnen hat ihn allerdings Maggie O`Farrel mit ihrem Roman “Judith und Hamnet”.

Dieser Preis ist der renommierteste Buchpreis für Frauen, welcher im Vereinigten Königreich seit 1996 vergeben wird. 

Die Gewinnerin dieses Jahres wird übrigens am 08.09.2021 gekürt. Die Shortlist ist seit April 2021 veröffentlicht.

Schaut doch mal vorbei und holt Euch Inspirationen aus der diesjährigen Shortlist:

Mein persönlicher Favorit ist übrigens “Die verschwindende Hälfte” von Brit Bennet. Das Buch landete sofort auf meiner Lesewunschliste und ich werde es mir wohl auch noch zu Gemüte führen. Falls es schon Jemand von Euch gelesen hat, lasst mir doch gerne einen Kommentar mit Eurem Leseeindruck da.

Das Buch findet ihr auf meiner #kohsiebookwall in der @kohsie.halle Buchhandlung. Das Buch könnt Ihr direkt im Laden kaufen oder über den Online Shop.

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