Roman

Friday Black Storys von Nana Kwame Adjei-Brenyah

Worum geht´s?
In zwölf teils skurrilen, wie dystopischen und erschreckenden Geschichten erzählt der amerikanische Autor in seinem Debüt, welches Ausmaß Rassismus annehmen kann. Was bedeutet Ungerechtigkeit, Gewalt und welche Spuren hinterlässt es bei den betroffenen Menschen? Nana Kwame Adjei-Brenyah versucht es in seiner eigenen harten und dystopisch anmutenden Art und Weise zu veranschaulichen.

Meine Meinung:
Als ich den Klappentext las, hatte sich in mir eine völlig andere Vorstellung über den Inhalt der Geschichten aufgebaut, die mich erwarteten. Die erste der zwölf Geschichten erfüllte meine Erwartungen komplett, denn sie zeigte in einer harten Realität, wie Schwarze Menschen in Amerika noch immer behandelt werden. Unfassbar und grausam schildert der Autor hier einen Mord an fünf Schwarzen Kindern durch einen weißen Mann, der sich auf Notwehr beruft, weil er sich bedroht fühlte. Durch Kinder. Weil ihre Hautfarbe Schwarz war. Er tötete sie mittels einer Kettensäge.

Fünf Kinder.

Was meint ihr, sagte die amerikanische Justiz dazu?
Diese Geschichte hat mich so nachhaltig bewegt und zutiefst wütend gemacht. Mal wieder.
Die elf anderen Geschichten dieses Buches sind auf eine völlig andere Art und Weise geschrieben. Sie sind tatsächlich dystopisch und man muss oft zwischen die Zeilen blicken, um das Ansinnen des Autors zu verstehen. Teilweise sind diese Dystopien aber so erschreckend, dass mir ein Eintreten dieser in unserer Welt leider nicht unvorstellbar erscheint.
Das Debüt des 1990 geborenen Autors besticht durch seine eigene Art und durch einen unglaublichen Schreibstil. Ich konnte das Buch kaum weglegen und habe die Geschichten, trotz der harten Kost, sehr schnell konsumiert. Ich bin definitiv gespannt, was von diesem Autor noch zu erwarten ist und hoffe, dass bald mehr von ihm erscheint.

Fazit:
Trotz anderer Erwartungen wurden diese nicht enttäuscht. Ein Buch, welches zum Nachdenken anregt und eher mahnend, als unterhaltend ist. Absolute Leseempfehlung!

Rezensionsexemplar, Penguin Verlag

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