Fantasy,  Roman

Mr Parnassus´Heim für magisch Begabte von T.J. Klune

Worum geht´s?
Linus Baker ist gewissenhaft, dienstbeflissen und niemals krank. Als perfekter Beamter, der nicht hinterfragt und nicht nach Höherem strebt, liebt er seine Stellung innerhalb des Jugendamtes, in welcher er Waisenhäuser für magisch begabte Kinder kontrolliert. Doch sein streng nach Regeln ausgerichtetes Leben nimmt unerwartete Wendungen, als er in das Heim des Mr. Parnassus geschickt wird, welcher der Behördenleitung ein Dorn im Auge ist. Zwei Wochen am Rande der Welt lassen Linus sein eigenes Leben hinterfragen und einige Überraschungen erleben.

Meine Meinung:
Dieser Roman war bereits in aller Munde und wurde stets in den höchsten Tönen gelobt. Ich kann mich diesen Lobeshymnen nur anschließen. Denn dem Autor ist hier ein wahres Meisterwerk zeitgenössischer Literatur gelungen, welches so viele Themen anspricht und verarbeitet und gleich mit aufzeigt, wie schön und einfach das Leben sein kann, wenn man sich nicht von Vorurteilen lenken lässt. Linus ist so naiv, dass man fast ein bisschen Mitleid mit ihm hat. Er hält so sehr an seinen Regeln und Gesetzen fest und sieht darin wahrlich das Gute, dass er selbst ins Straucheln gerät, als er erlebt, dass sich das Leben manchmal jenseits von Vorschriften abspielt. Er hat ein so unglaublich gutes Herz und die besten Absichten, dass man diesen etwas rundlichen Mann sofort ins eigene schließt. Klune schafft es, eine unglaubliche Vielfalt an Charakteren zu erschaffen, die alle für sich liebenswert und dennoch gesellschaftlich so wenig konform sind, dass es einmal mehr ein Bewusstsein dafür schafft, welche Defizite es in unserem sozialen MIteinander gibt. Vorurteile und Stereotype verhindern den Blick auf das Wesentliche und errichten Grenzen, die uns eher behindern, als schützen.
Dieses Buch bietet so viel, dass es einfach unmöglich ist, alles innerhalb weniger Worte zu erfassen und insbesondere diesem auch gerecht zu werden. Klune bettet diese Themen mit einer unglaublichen Leichtigkeit ein, ohne erhobenen Zeigefingers zu mahnen. Im Gegenteil, die sagenhaft schöne Geschichte, die menschlichen Zwischenspiele und die unheimlich liebenswerten Charaktere, können von der gesellschaftlichen Kritik ablenken, wenn man sich diesem nicht widmen möchte. 

Fazit:
Ein unheimlich wichtiger und sagenhaft schöner Roman, der Sozialkritik so gut verpacken kann, dass man hoffen mag, dass sich alle Probleme so leicht lösen ließen, wie im Märchen. In meinen Augen absolute Pflichtlektüre!

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